Mahloquet Dialog


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Leah Carola Czollek / Gudrun Perko
Konfliktlösung in (ethischen) Problemsituationen: Die Mahloquet als integrative Methode des Dialogs
Original in: CNE. Fortbildung und Wissen für die Plege. Certified Nursind Education. 5/2008: S. 13-15
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Leah Carola Czollek/Gudrun Perko
Mahloquet als integrative Methode des Dialoges: ein Mediationsverfahren in sieben Stationen
In: perspektive mediation - Beiträge zur KonfliktKultur, 2006/4
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Die Rubrik Mahloquet zum Downloaden
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Der Kuss der Schneekönigin


Vergesst einen Moment die Bande der Kultur.
Legt für einen Moment die Masken ab, die wir Identität nennen.
Diese Schwere, diese Bande und diese Masken sind der Kuss der Schneekönigin.
Sie flüstern uns ein es gäbe die Wahrheit.
Aber die ist zersplittert in tausend spitze Teilchen.
Wir sind wie Kai – die Herzen zu Eis gefroren und auf unseren Seelen eine Landschaft aus blauen Flecken der Kälte.
Die Schwere, die Bande, die Masken, die – so vertraut – uns glauben lassen, wir wären es selbst.
Die schöne blaue Blume der Kultur – deren Blätter feine kleine Stacheln hat, kaum sichtbar, die zu spitzen Pfeilen werden, wenn wir uns einander nähern.
Darum legt sie ab für einen Moment – die Schwere, die Bande und die Masken.
Und geht hinaus an den Rand des Meeres, auf den Gipfel eines Berges, in die Weite der Steppe.
Und fühlt: Wir alle sehen den gleichen Himmel und unserer Füße betreten die gleiche Erde.
Und vielleicht, nur vielleicht geschieht das Wunder, dass ein lichtblauer Tautropfen beschienen vom orangenen Licht der Sonne das zu Eis gefrorene Herz erwärmt und die Spiegelwelt der Schneekönigin zum Schmelzen bringt.
(Leah Carola Czollek)



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Was ist die Mahloquet?


Verlasst mit mir einen Moment die Schwere Eurer Existenz.
Die Mahloquet ist der jüdischen Tradition des Dialoges und der Interpretation entnommen. Davon ausgehend, und diese auch erweiternd, entwickelten Leah  Carola Czollek und Gudrun Perko 2006 ein Mediationsverfahren: die Mahloquet als integrative Methode des Dialoges. (Vgl. Czollek/Perko 2006)

Die von uns entwickelte Dialogmethode wird mittlerweile erfolgreich angewandt in Bereichen der Konfliktlösung, der Mediation, der Erwachsenenbildung und Lehre sowie im Social Justice Training.



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Ethos und Prämissen der Mahloquet


Gesprächsform



Ethische Hintergründe



Referenzrahmen



Zielsetzung



Vgl. Czollek/Perko 2006



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Möglichkeiten der Mahloquet als Dialog


Der Dialog an sich ist kein verlässliches Mittel gegen oder für etwas. Doch kann er Grundlage für einen interessierten Umgang mit den jeweils Anderen. Voraussetzungen für den Dialog sind die Dialogbereitschaft, das Verstehen-Wollen sowie das Interesse an Anderen und damit im weiteren Sinne an der Welt. Mit dem Dialog verschließt man sich nicht vor der Welt (weil er nie nur in der eigenen Phantasie stattfindet), denn er braucht das Gegenüber in der Wirklichkeit. Dieser Dialog kann als ein Gespräch ohne Geländer gedacht werden, weil er sich nicht auf die Masken der Kultur bezieht.

Das gemeinsame Gespräch und dialogische Denken ermöglichen, mehrere Perspektiven zu reflektieren und damit die je eigene Sichtweise zu erweitern.



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Das Besondere der Mahloquet in der Mediation


Das Spezifische dieser Methode liegt in der Form des Dialoges selbst, der mit den Konfliktparteien (vor allem mit Gruppen) praktiziert wird, und in seinem Ethos und seinen Prämissen.

Zudem zeichnet sich dieses Mediationsverfahren durch den Einbezug des historischen Kontextes der Konfliktparteien sowie durch die Eröffnung des Konfliktraumes hin zur Gesellschaft aus. Der Prozess, die Lösungsfindung und -vereinbarung stehen im Zeichen der Mahloquet, insofern es nicht um eine Synthese der Widersprüche geht. Dabei behalten wir Elemente der klassischen Mediation bei (wie u.a. Konflikterhellung, Positionenfindung und Interessen, Kommunikationstechniken wie Refraiming, aktives Zuhören, Paraphrase). Doch überschreiten wir diese, insofern wir die Mahloquet als Methode und Prozess zugleich sehen.



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Das Besondere der Mahloquet in Seminaren, Trainings...


Das Spezifische dieser Methode liegt in der Form des Dialoges selbst, der mit den Teilnehmenden praktiziert wird, und in seinen ethischen Prämissen. Diese finden ihre didaktischen Anwendungen bei Inputs und Übungen und in der Art des Miteinander Kommunizierens. Dabei steht z. B. im Social Justice Training im Mittelpunkt, u.v.a.:

Inputs



Übungen



Kommunikation



Verantwortlichkeit gilt immer für alle – Trainer_nnen und Teilnehmende – für



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Mahloquet und Gerechtigkeit als Social Justice


Haltung und Intention der Mahloquet ist die Verwirklichung von Gerechtigkeit als Social Justice.

Social Justice meint Anerkennungs- und Verteilungsgerechtigkeit und tritt dafür ein, dass alle Menschen den gleichen Zugang zu allen gesellschaftlichen Ressourcen haben: Zugang also zu materiellen, kulturellen, sozialen, institutionellen, politischen Bereichen usw. Und das ungeachtet ihrer "Nützlichkeit" in dieser Gesellschaft; das ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihres Alters, ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer körperlichen oder geistigen Verfasstheit usw. (siehe www.social-justice.eu).



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Literaturhinweise


Czollek, Leah Carola: Am Anfang war das Wort. Aspekte jüdischen Dialoges und die Vielstimmigkeit von Multikulturalismus. In: Verständigung in finsteren Zeiten. Interkulturelle Dialoge statt ‚Clash of Civilizations’“. Hg. Leah Carola Czollek / Gudrun Perko. Köln 2003

Czollek, Leah Carola / Perko, Gudrun: Mahloquet als integrative Methode des Dialoges: ein Mediationsverfahren in sieben Stationen. In: Perspektive Mediation. Beiträge zur KonfliktKultur 4/2006. Wien

Czollek, Leah Carola / Weinbach, Heike: Lernen in der Begegnung: Theorie und Praxis von Social Justice-Trainings. Hg. IDA e.V. Bonn 2007

Ouaknin, Marc-Alain: Das verbrannte Buch. Den Talmud lesen. Weinheim/Berlin 1990

Ouaknin, Marc-Alain: Eine Reise ins Paradies. Über das wägende Lesen des Talmud. In: Stäblein, Ruthard (Hg.), Geduld. Die Kunst des Wartens. Frankfurt/Main 1996

Perko, Gudrun: Respektvolle Umgänge: Über den Dialog, die Idee des Dialogischen und die Rolle der Imagination – von Sokrates über Arendt und Castoriadis. In: Verständigung in finsteren Zeiten. Interkulturelle Dialoge statt »Clash of Civilizations«, Hg. Leah Carola Czollek/Gudrun Perko. Köln 2003



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